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Der Schrecken

schlummert in Doris,
bleibt ihr verborgen
und lebt sich aus.
Die Welt
mit Messern und Stricken
droht unausweichlich.
Die Menschen
sind ihr fern, doch oh
wie sehnt sie sich verbrecherisch
nach ihrer Nähe.

Ihr Spiegelbild
ist ihr nicht fremd
unterscheidungsarmer Blick.
Kaurende Seele bangt dem Erglühen.
Der Schrecken

verlor sein Bild in Werner
bleibt ihr verborgen
und tötet.
Der Glanz, die Leichtigkeit
die Netze sind,
sie locken.
Die Menschen
sind ihm fern, doch oh
wie suhlt er sich verbrecherisch
in ihrer Nähe.

Doris läuft in die Falle
mit wehenden Armen.
Das harrende Leben tropft aus.
Sie wird nicht einmal gefressen.

(Oskopia Kaleid 1988)

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Monika Fürch alias Oskopia Kaleid , 2001