18.Juli 2002

Eindeutig

Es gibt wenigstens ein Wort auf diesen Seiten, das ist im ganzen Internet (soweit es google bekannt ist) nur einmal zu finden. "Geistersichtungen" ist 16 mal zu finden (jetzt 17 mal). "hanebüchener" hunderte von Malen (und ich dachte, das wäre was besonderes und Geister nicht), oops, hab ein zweites einmaliges gefunden, nach keiner Minute lesen: "Neuzeitkind". Jetzt bin ich ja mal gespannt. Und gleich noch eines: "Mutterfurcht". "BlitzInMir" - wundert mich nun nicht, das war mir klar, daß das eine eigenständige Erfindung ist. "Telefonleitungstheorie" und"Datenüberträgertheorie" einzigartig - langsam wird mir das suspekt. "logisch-sprachphilosophisch" und "Ursrpungsfrage" einmalig, "dämonsehend" - ist wieder klar, dennoch: Was für Worte verwenden dann andere Menschen. Das eine Wort, durch das ich draufgekommen bin, war übrigens "Laberphilosophie". Hier werden Sie verstanden. Wieso werden Sie verstanden, wenn hier neue Worte verwendet werden? Die Worte waren alle von einem Tag - vielleicht war ich da besonders produktiv - ich sollte Worteerfinderin werden. (Das ist jetzt bestimmt auch wieder einzigartig - stimmt, aber Worterfinder gibt es - und der Unterschied ist nicht nur der so genannte kleine). Das wär doch mal ein Interneträtsel für die FAZ: Finden Sie ein Tagebuch im Internet, die wenigstens 10 Worte enthält, die auf sonst keiner Seite zu finden sind. Wie soll man suchen? Daß ich einmalig bin, hab ich ja schon gewußt. Einen weltweit einmaligen Nick - ich finds immer noch genial.

Eigentlich ist ja was anderes wichtiger. Vieles andere. Die Nasenwurzel, z.B. Man glaubt es kaum, sie ist mitten im Gesicht, und fiel mir doch nie auf. Man kann sich auf die Nasenwurzel konzentrieren - und dabei verändert sich, wieder mal, die Welt. Und das glaube ich, ist das wichtigste, was ich bisher entdeckt habe - nicht, daß sich die Welt verändert, sondern die Nasenwurzel. Hab dann gestern am Telefon das der Petra erzählt, die kannte das schon, hat es irgendwo in einem Buch gelesen. Hat es ausprobiert, wußte, was es bewirkt - scheinbar ist es nicht so fantastisch für jeden. Ich habs immerhin alleine gefunden. Und für mich ist es wichtig. Ich kann damit die Angst steuern - wegsteuern. Es verändert sehr viel - und ich kann durch Übung den gewünschten Zustand halten - und das ist das erste, was ich finde, von dem ich keine Bedenken habe, daß es nur was übertüncht - daß es nicht wirklich verändert. Es ist das erste, was die Frage überflüßig macht: "Wo ist das Licht vom Kühlschrank, wenn die KühlschrankTür zu ist."

Es gibt Muskeln. Ganz klar. Dann gibt es willkürliche und auch unwillkürliche Muskeln. Damit hört für mich die Klarheit schon auf. Ich habe Spannungen. Ich weiß nicht, welche Muskeln gespannt sind - hätte ich direkten Zugang zu, würde ich sie ja einfach entspannen. Aber einige davon sind auf jeden Fall willkürlich. Ich kann meine Schultern entspannen jetzt - bewußt (außer ich bin schwer im Stress). Ich spanne sie immer noch automatisch, unbewußt an - doch wenn mir das auffällt, weiß ich jetzt, wo ich entspannen muß. OberHals (kein einmaliges Wort) geht noch nicht. Oberschenkel gehen jetzt. Es ist ein tolles Gefühl, wenn die Schwerkraft (beim Liegen) gleichmäßig auf Beine, Rumpf und Arme wirkt. Gesicht hat eben noch totale Spannungen. Die will ich weg haben - ich glaube, dann wird die Parodontose auch besser. Also, direkt über den Wangenknochen. Ganz schlimm. Und da hab ich mich drauf konzentriert, abgetastet im Geiste, wo denn da bitteschön ein Muskel wäre, auf den ich Zugriff habe, wie dieser Automatismus aufzuhören ist. Eigentlich schon länger. Inzwischen kann ich das sofort spüren, wenn ich will - anfangs mußte ich es erst suchen. Ich hab die Wangen abgetastet (im Geiste), die Schultern, den Nacken, den Hals, das Kinn - wo die Anspannung gehalten wird. Nichts. Es ziehts sich ein bißchen runter, außen am Gesicht - und es zieht sich hoch, über die Augen, innen und außen. Erst hab ich nur außen gemerkt. Auch darüber war kein Zugriff. Und dann merkte ich, es zieht sich auch innen am Auge hoch, die Nasenwand entlang, und wenn ich die Spannung dort verfolge, dann spüre ich die Verbindungsspannung (bestimmt einzigartig - ja) zum Oberkiefer, zu den linken seitlichen Vorderzähnen. War heut beim Zahnarzt, genau die Zähne wurden geröngt, eigentlich hat ihn der linke Zahn von den beiden mittleren Zähnen des Kiefers interessiert, doch erschreckt haben ihn dann die beiden links daneben - akuter Knochenabbau. Genau dahin führt die Spannung - ich habs nicht vorher gewußt. Passt jetzt nur schön, das auch auf dem Röntgenbild zu sehen.

Und ein Spannungsstrang (schon einmal im Netz!) führt zu der Nasenwurzel. Und wenn ich dem folge, verändert sich die Atmung - ohne daß ich anders atme - die Nüstern (heißt das beim Menschen auch so?) weiten sich, von alleine, die Atmung geht direkt über die Nase bis hin zur Wurzel, die Wurzel weitet sich - die Nase wird OBEN breiter (ich glaube sie wird wirklich breiter - doch ich kann mir vorstellen, daß das so minimal ist, daß es nur vom Unbewußten gesehen wird und von Mikrountersuchungen anhand eines Films). Sofort, wenn die Nase oben breiter ist, spüre ich die Verbindung unten am Auge lang und ich spüre, daß das Auge starr ist. Dann versuche ich die Nasenwurzel breit zu lassen und bewege das Auge minimal - ich bewege eigentlich nicht das Auge, sondern Muskeln hinter dem Auge, die denken nur eine Rotierbewegung des Augapfels an. Wo ich gerade genauer beobachte, was ich tue, es sind vielleicht gar nicht die Muskeln, die den Augapfel bewegen, sondern Muskeln um das Auge rum. Und dann geschehen verschiedene Sachen, die alle gut sind. Es fühlt sich an, als wird die Augapfeloberfläche vorne lebendig. Als wird sie ein ganz klein wenig feucht, ohne, daß Tränen kommen, oder ein wenig durchblutet (so fühlt es sich an - da ist wohl gar kein Blut, oder? und Nerven? - ich weiß nicht, was es ist, ich weiß ebend nur, wie es sich anfühlt) Die Welt ist außen (aber nicht fremd oder fern). Ich atme durch beide Nasenlöcher gleichzeitig. Ich sehe mit beiden Augen gleichzeitig. Ich kann merken, ob ich nach innen kucke oder nach außen (das ist einfach, wenn die Augen runterrutschen, ist es wie nach innen kucken). Und, wenn ich so, mit breiter Nase mit beiden Augen nach Aussen kucke, habe ich keine Angst. Und das ist besser als jede Psychotechnik, weil ich dabei nicht den Verdacht habe, daß ich was übertünche. Ich leg kein Level drüber - nicht irgendwas anderes, wie Interesse oder Neugier oder Lachen oder Erstaunen oder Schreck oder ... oder auch einfach vergessen und nicht dran denken - sondern ich empfinde es so, als wäre das tatsächlich die körperliche Wurzel der Angst. Als wäre sie dort und als könnte ich dort lernen, sie bleiben zu lassen. Und die anderen Spielchen brauch ich auch nicht mehr.

Es gibt auch Angst in den Schultern. Das Zentrum glaube ich aber ist die Nasenwurzel.Und, wenn man da auch nur minimal was verändert, verändern sich die Zustände. Glücklich (so richtig, leicht, echt - nicht "happy"), mißtrauisch, verhalten, skeptisch (Nase rümpfen - das ist einfach, das kann wohl fast jeder). Bei minimalen Veränderungen, nahezu nur angedachten. Und drum glaube ich sagt man, "die Augen lügen nicht". Und der schönste Zustand ist ... hm, ich kann ihn nur ein bißchen romantisch beschreiben, also, ich krieg die Worte nicht so hin, daß es so klingt, wie es ist, es ist wie ein Kinderwagenkind - wenn es einen aus großen Augen ankuckt. Das kuckt einfach nur.

Und wenn ein Kind so kuckt, dann bekommt es sehr genau mit, wie die anderen Menschen um die Augen kucken. Und die Veränderungen sind wirklich minimal. Ich weiß gar nicht, ob sie bewußt zu machen sind, es kommt mir so vor, als würden die Gedanken diesen Gesichtsbereich verändern - nur denken an die Nasenwurzel, z.B.. Doch ich kann mir gut vorstellen, daß so ein Kleinkind den Gesichtsausdruck imitiert, den die angekuckten Erwachsenen haben. Nicht die großen Gesichtsveränderungen (Lachen, Schimpfen, Ärger, Wut, Spott, ...) - die ganz kleinen. Es ist das beste, was mir bisher passiert ist. Ich hab ein Referat so gehalten (im Ansatz - da steckt noch viel mehr drin, als ich jetzt kann) - ok, ich konnte es auch. Also, ich wußte, was ich sagen will, immerhin hab ich mich 4 Monate damit beschäftigt. Es war dennoch ein Suuuperunterschied, zu einem anderen, das ich auch konnte - obwohl ich bei dem jetzt gar nicht zu Hause sprechen geübt hatte, was ich mir nach dem ersten Desaster doch fest versprochen hatte für die Zukunft. Ich glaube, ich hatte zum ersten Mal in meinem Leben nicht das latente Gefühl, nicht so zu sein, wie ich bin. Und es war so, daß dieses Gefühl des Falschen einfach nicht da war - sonst, was ich auch bei den ganzen Psychotechniken befürchte, ist es nämlich da, wird nur von was Lauterem überdeckt. Was anderem Falschen, das man aber besser findet, mit dem man bereit ist, sich zu identifizieren. Ich bin nicht bereit mich zu identifizieren, auch nicht mit "guten" Eigenschaften/Fähigkeiten, wie Power, Mitreißend, Strahlend, Überzeugend, Kreativ, Lustig, Überschäumend, ... oder was die Leut noch alles gerne sein mögen. Ich mag das nicht. Es ist alles nicht wahr :-) . Mal sehen, was wahr ist.

 

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Monika Fürch alias Oskopia Kaleid, 2002